Berliner Aktionsbündnis für freiwilliges Engagement

Forderungen zur Förderung der Strukturen des Ehrenamts und des freiwilligen Engagements (in Berlin)

Die Freiwilligen arbeiten zwar unentgeltlich, die bestehenden rechtlichen (und politischen) Rahmenbedingungen für Freiwilliges Engagement wirken aber keineswegs begünstigend. Ehrenamt und freiwilliges Engagement braucht Strukturen, die das bürgerschaftliche Engagement fördern und unterstützen.
Das Berliner Aktionsbündnis für Freiwilliges Engagement erwartet von der Berliner Landespolitik in der neuen Legislaturperiode konkrete Schritte zur Förderung des Ehrenamts.

Dazu fordern wir:

  • Für die als Freiwilligenkoordinator/innen tätigen Personen sowie für die Ehrenamtlichen in allen gesellschaftlichen Bereichen müssen geeignete und kostenlose Fortbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für die Themengebiete "Freiwilligen-Management" und "Freiwilliges Engagement" angeboten werden. Dazu bieten sich besonders die seit Jahren erfolgreichen Angebote der Akademie für Ehrenamtlichkeit an. Der Berliner Senat soll durch eine entsprechende Finanzierung das gesamte Seminarangebot auch auf Landesebene für die Berliner Ehrenamtlichen zugänglich machen.
  • Es ist wichtig, dass der Berliner Senat das freiwillige Engagement und den ehrenamtlichen Einsatz der Berliner/innen anerkennt. Dies ist eine ständige Aufgabe für alle Senator/innen - sei es im Bereich Wirtschaft (Stichwort: Senior Experten Service), Umweltschutz, Kultur oder Gesundheit/Soziales - entsprechende Ehrungen oder andere Formen der Anerkennung zu finden und diese Anerkennung mit geeigneten Mitteln in die Öffentlichkeit zu tragen. Außerdem brauchen die freiwillig Engagierten ebenso wie die Vereine, Verbände und sonstigen Organisationen, die ehrenamtliche Arbeit einsetzen, in jeder Senatsverwaltung einen Ansprechpartner/in auf möglichst hoher Amtsebene. Solche Aufgabenbereiche sollten in der sich gerade neu organisierenden Senatsverwaltung eingerichtet werden.
  • Das Land Berlin soll über seine Stimme im Bundesrat folgende Forderungen vorantreiben:

Anrechnung von Zeiten Freiwilligen Engagements auf die Rente, Schaffung von günstigen Rahmenbedingungen für Einrichtungen, Initiativen und Projekten zum Abschluss von Unfall- und Haftpflichtversicherungen sowie die Berücksichtigung von Freiwilligen Engagement und der dabei erworbenen Qualifikation bei Bewerbungen

  • Das Land Berlin sorgt für die dauerhafte Absicherung der bereits bestehenden Institutionen, die Freiwilliges Engagement fördern und ermöglichen, wie z.B. die Berliner Freiwilligenagentur Treffpunkt Hilfsbereitschaft durch die Finanzierung von Personalstellen, Räumlichkeiten, Arbeitsmitteln und Mitteln für die Öffentlichkeitsarbeit. Hierzu sind ausreichende Mittel nötig, das heißt: keine weitere Mittelkürzung wie in den letzten Jahren, sondern es muss eine Aufstockung der Mittel gewährt werden!
  • Ebenso erhalten die Berliner Bezirke Mittel für die Einrichtung und Unterhaltung von Informationsstellen Ehrenamt bzw. lokaler Freiwilligenagenturen, -börsen oder -zentren als Angebot für die Berliner Bürger/innen, sich wohnortnah über Möglichkeiten eines freiwilligen Engagements zu informieren. Diese Anlaufstellen sollten niedrigschwellig angelegt sein und mit einer Datenbank sowie mit entsprechenden Informationsmaterialien versehen werden. Ausreichende Mittel für Personal und Öffentlichkeitsarbeit sind notwendig.

Das Berliner Aktionsbündnis für Freiwilliges Engagement fordert von politischer Seite, dass Freiwilligen Engagement gefördert und ihm ein Status eingeräumt wird, der seiner gesellschaftlichen Bedeutung tatsächlich gerecht wird.